Gemeinde Burgberg im Allgäu

Chronik & Historie von St. Ulrich

Die Pfarrer von St. Ulrich seit 1804

  • 1804 – 1816 Andreas Metz
  • 1816 – 1820 Joh. Bapt. Stadtmüller
  • 1820 – 1827 Stanislaus Müller
  • 1827 – 1829 Franz Aichele
  • 1829 – 1834 Jos. Anton Köberle
  • 1834 – 1864 Franz Josef Schmid
  • 1865 – 1890 Thomas Besler (Bäßler)
  • 1890 – 1890 Matthäus Schmucker
  • 1891 – 1896 Josef Schweinberger
  • 1896 – 1897 German Kögel
  • 1897 – 1903 Johann Wiedemann
  • 1903 – 1939 Josef Kopfmüller
  • 1939 – 1953 Franz Xaver Hornung
  • 1953 – 1978 Georg Rauch

seit 1978 Hartmut Kronthaler

Pfarrer Hartmut Kronthaler

Pfarrei St. Ulrich – Burgberg
Anschrift: Kirchstr. 10
87545 Burgberg
Telefon: 08321-83304, Pfarrei
Telefax: 08321-85182

Die wichtigen Ereignisse der Kirchenstiftung Burgberg seit 1954

1954 Außenrenovierung der Pfarrkirche
1973 Innenrenovierung der Pfarrkirche einschl. Altarraumgestaltung nach den Vorgegebenheiten der Liturgiereform
1976 Außenrenovierung der Pfarrkirche (insbes. Neudeckung des Daches an der Nordseite)
1977/78 Außenrenovierung Filialkirche „St. Agatha“, Agathazell
1979 Renovierung der Steinebichlkapelle
1979/80 Neubau des Pfarrzentrums
1983 Renovierung der Kapelle „Maria Trost“, Ortwang
1986 Innen-Restaurierung Filialkirche „St. Agatha“, Agathazell, auch Stromversorgung
1987 Neubau des 3-gruppigen Kindergartens
1989 Innenrenovierung der Pfarrkirche
1990 Generalreinigung der Orgel mit teilw. techn. Umbau
1993 Renovierung der Steinebichlkapelle (mit neuem Glockentürmchen)
1994 Renovierung der kapelle „Pauli Bekehrung“, Häuser
1995 teilw. Deckenrestaurierung der Pfarrkirche nach Teileinsturz, Deckengemälde (privat: Grundsteinlegung zur Kapelle „St. Anna u. Hl. Familie“ an der Schanz am 8. Mai zum 50. Jahrestag des Endes des 2. Weltkrieges)Anschaffung von 6 Bronceglocken mit Glockenweiheam 4. Juli (Patrozinium)
1996/99 Baumaßnahmen „Histor. Friedhof“, Einweihung mit neuem Kriegerdenkmal von Arnulf Heimhofer am 19.09.1999
1997 Kindergartenerweiterung zum 5-gruppigen Kindergarten
2003 Turmsanierung mit Neueindeckung der Turmhaube (in Schiefer), Zifferblätter
2004 14. Mai: 200-Jahr-Jubiläum der Pfarrei mit Bischof Dr. Viktor Josef Dammertz mit Firmspendung für 39 Mädchen und Buben von Burgberg und Untermaiselstein

Die Ereignisse bis einschl. 1954 gehen auf die Amtszeit von H.H. Pfr. GR Georg Rauch zurück, der am 03.01.1995 an seinem Ruhesitz Füssen verstarb. Requiescat in pace!

Über 200 Jahre Geschichte

Über viele Jahrhunderte hinweg war Burgberg ein Filialort der Pfarrei Sonthofen. Obwohl man seit 1701 wiederholt um einen eigenen Kaplan bat, währte die Verbindung zu Sonthofen noch fast ein halbes Jahrhundert. Einmal in der Woche wurde ab 1690 in der Sankt-Ulrichs-Kapelle, die auf dem alten Friedhof stand, eine heilige Messe gelesen.

Erst 1750 entsprach die Diözese dem wohlbegründeten Burgberger Antragsschreiben zur Errichtung eines eigenen Benefiziums. Dies geschah aus drei Gründen: Verringerung der Arbeitslast der beiden Sonthofener Geistlichen, Gewährung der Nähe eines Priesters angesichts der ständigen Unfallgefahr beim Erzabbau sowie beim Holzfällen und Erfüllung des lange gehegten Wunsches der Burgberger Bevölkerung „welche schon ville Jahre hero nichts eifriger gesucht, als dass in diesem Ort ein eigener Curator aufgestellt werden möchte.“

Im genannten Jahr stiftete der Hochw. Herr Johann Baptist Bechteler, hochfürstlich – augsburgischer Geistlicher Rat und Fiskal, Kanonikus des Kollegiatstiftes St. Gertrud, Augsburg, ein geborener Sonthofener, zur Errichtung eines Benefiziums in Burgberg 7000 fl (Gulden). Der Pfarrer und Kapitelskämmer von Burggen, Herr Licentiat Tiberius Bach, ein ehemaliger Sonthofener Kaplan, fügte für den gleichen Zweck 1000 fl hinzu. Burgberg verpflichtete sich, eine neue Kirchen inmitten des Ortes und ein Benefiziatenhaus zu errichten, weil, wie es in einer Urkunde aus jeder Zeit heißt „die dermahlige zu kleine Kyrch am End des Dorffs auf einem Bergl (Alter Friedhof) situiert seye.“ Darüber hinaus versprach man die Einrichtung eines “Widdums“ zum Unterhalt für zwei bis drei Stück Vieh sowie die Beschaffung des nötigen Brennmaterials für den Priester.

1752 erhielt Burgberg den ersten Benefiziaten in der Person des Hochwürdigen Herrn Thomas Neuberg (damals Domas Neuberg geschrieben), welcher diese Stelle vierzig Jahre inne hatte und im Jahre 1792 eines plötzlichen Todes starb, wie die rechts neben der Kirchentüre (Haupteingang) über seinem Grab angebrachte Gedenktafel berichtet. Der eigentliche Kirchenbau wurde erst 1754 durchgeführt, nachdem schon ein Jahr vorher das Benefiziatenhaus erstellt worden war. Der Plan für das Gotteshaus stammt vom Baumeister Franz Kleinhans aus „Unterpinswang“ die Bauausführung lag in den Händen des Burgberger Maurermeisters Gottfried Mayr. Da die Kostenschätzung das zur Verfügung stehende Kapital übertraf, ließ man den vorgesehenen Kirchturm auf Vorschlag des Stifters Bechteler zunächst weg und behalf sich mit einem einfachen Dachreiter.

Am 24. August 1773 wurde die Kirche vom Augsburger Weihbischof Franz Xaver Adelmann vom Adelmannsfelden geweiht. Den ursprünglichen Hochaltar, angeblich von der Pfarrkirche Sonthofen übernommen, ersetzte man 1873/74 durch einen neuen im byzantinischen Stil. Im Jahre 1795 stellen die „Burgberger Untertanen und Bergwerksleute“ einen gut begründeten Antrag an den Augsburger Generalvikar zur Einrichtung einer eigenen Pfarrei. Das Bittgesuch erhält u.a. den bemerkenswerten Satz: „Es pflegen auch die Schafe weiter lieber zu hören und williger zu folgen, wenn die Stimme von ihrem eigenen Hirten kommt“.

Auf Andringen des damaligen Sonthofener Pfarrers Hörmann wurde das Gesuch jedoch abgewiesen. Die Burgberger Bürger setzten aber das Bemühen beharrlich fort und erreichten 1804 durch unerwartete Hilfe das ersehnte Ziel. Bei der 1803 erfolgten Säkularisierung (=Verweltlichung – Enteignung kirchlichen Eigentums durch den Staat) wurde das Hochstift Augsburg aufgelöst. Das Besetzungsrecht für die meisten Pfarreien. das bisher der Fürstbischof von Augsburg inne hatte, ging an den Kurfürsten von Bayern über. In einer Verordnung der bayrischen Regierung vom 14.Mai des genannten Jahres verlegte man die Pfarrei Agathazell nach Burgberg und vereinigte sie mit dortigem Benefizium. Auch die beiden Filialdörfer Ortwang und Häuser, wie Burgberg einst zu Sonthofen gehörend, kamen nun in die neue Pfarrei.
Maßgebend für die getroffene Entscheidung war ein Vorschlagsbericht der Landesdirektion Schwaben an das zuständige Ministerium München, in dem es heißt: „Am 1.September 1803 starb der Pfarrer von Agathazell. Seine Pfarrei umfasst nur neun Haushaltungen mit insgesamt 54 Seelen. Der unbeschränkte Umfang der Pfarrei, die geringen Einkünfte des fast unbeschäftigten Pfarrers sowie die Bedürfnisse der nahegelegenen Filialen Burgberg, Ortwang, Häuser welche bisher zum „größten Nachteil der Sittlichkeit und Erziehung nach Sonthofen eingepfarrt waren, haben den Vorschlag veranlasst, die Pfarrei von Agathazell nach Burgberg zu verlegen.“

Die Bewohner von Agathazell waren über diese Entscheidung so verbittert, dass sie 17 Jahre lang über den Besuch der Burgberger Kirche mieden.

Die Erhebung Burgbergs zur Pfarrei erforderte auch einen eigenen Friedhof, der durch Abbruch der bestehenden Kapelle auf dem Kirchbichl geschaffen wurde.

Als erster Pfarrer ist in den Urkunden Andreas Metz genannt. 1835 wurde, um an Sonn- und Feiertagen eine Frühmesse lesen zu können, auch noch eine Kaplanei gestiftet und ein Kaplanhaus erbaut.

Die Stelle konnte aber auf Grund des damals bestehenden Priestermangels nicht besetzt werden.

Größere Reparaturen erfolgten in den Jahren erfolgten in den Jahren 1817/18 und 1861. 1832 wurde ein neues Vorzeichen erbaut und 1862 konnte man die beiden Seitenaltäre errichten.

Wie schon erwähnt, musste die Kirche ohne Turm gebaut werden. Dieser 114 Jahre währende Zustand hätte sich wahrscheinlich noch länger hingezogen, wenn nicht ein erfreulicher Umstand eingetreten wäre. Am Kirchweihsonntag 1866 kam der verwitwete Bauer Alois Buhl von Ortwang und erklärte sich bereit, zur Anschaffung eines neuen Geläutes ein „Merkliches“ zu leisten, wenn die Burgberger einen Kirchturm bauen würden. Der damalige Pfarrer Besler nahm dieses Angebot zu Anlass, die hierzu erforderliche Summe aufzubringen. Er ging mit großem Eifer bettelnd von Haus zu Haus und hatte schon nach verhältnismäßig kurzer Zeit den erforderlichen Betrag beisammen. Im Pfarrarchiv Burgberg ist eine Originalliste von 178 „Wohltätern“ (Spendern) mit Nennung der Geldsumme aufbewahrt. Das Bischöfliche Ordinariat war von dieser Aktivität so beeindruckt, dass ein Dankschreiben verfasst und abgeschickt wurde, in dem es u.a. heißt : „Aus einem uns neulich erstatteten Bericht erstehen wir mit großem Wohlgefallen, dass die Gemeinde Burgberg auf Anregung ihres Pfarrvorstandes Besler staunenswerte Opfer teils an Geld, teils an persönlichen Dienstleistungen gebracht hat. Wir können nicht umhin, der Pfarrgemeinde Burgberg für die von ihr für einen so lobwürdigen Zwecke bewiesene Opferbereitschaft unsere besondere oberhirtliche Anerkennung auszusprechen und verbinden hiermit den Wunsch, Gott, der Allgütige, möge jedweden Pfarrangehörigen, sowie auch allen auswärtigen Wohltätern die dargebrachten Gaben mit reichlicher Gnade für Zeit und Ewigkeit vergelten.“

Der Turmbau verzögerte sich jedoch, dass die geplante Genehmigung zu Errichtung an der Westseite versagt wurde, um später eine etwaige Kircherweiterung zu ermöglichen. Am 30. April 1868 konnte endlich der Grundstein im nördlichen Chorwinkel der Kirche gelegt werden. Der Hindelanger Maurermeister Johann Baptist Kaufmann sowie der Burgberger Zimmerermeister Leonhard Köberle errichten den 177 Fuß (48m) hohen Turm für insgesamt 6.695 Gulden. Da zu jener Zeit der Burgberger Steinbruch noch nicht existierte, entnahm man das benötigte Material dem „Dattar Bichl“, wo heute noch der Flurname „Am Bruh“ auf den ehemaligen Steinbruch hinweist. Der Transport des Materials erfolgte im Winter mit Pferdeschlitten. Wie Xaver Aniser von seinem Vater erfuhr, mussten hierzu eine eigene Verladerampe (noch erhalten) sowie eine Behelfsbrücke über den Krebsbach errichtet werden.

Das Kirchengeläut bestand aus vier Bronzeglocken.

Im Jahre 1905 erfolgte der Bau eines neuen Vorzeichens mit Treppenaufgang zur Empore nach Plänen des Immenstädter Architekten Christian Bufler und gleichzeitig die Anschaffung einer neuen Orgel. Während des ersten Weltkrieges wurden im Sommer 1917 drei der vier Glocken abmontiert und der Rüstungsindustrie zugeführt.

Im Jahre 1919 war die Pfarrgemeinde aufgrund der allgemeinen Notlage nach dem verlorenen Krieg nicht imstande, hochwertige Bronzeglocken zu kaufen. Man entschied sich für den Erwerb von fünf preiswerten Stahlgussglocken für 16.245.- Mark. Die verbliebene Bronzeglocke kam noch im gleichen Jahr in die Kirche Agathazell.

Im Zeitraum von 1921 bis 1923 erfolgte eine umfangreiche Überholung des Kircheninneren. Im Jahre 1927 wurden an der Turmuhr neue Ziffernblätter angebracht und gleichzeitig das Turm- und Kirchendach repariert.

1955 fand eine Außenrestaurierung statt und 1957 die Umgestaltung des Vorzeichens. Für die Jahre 19701/71 stand wieder eine gründliche Überholung des Kircheninneren an. Die hierbei zu treffenden Maßnahmen wurden wesentlich von den weitreichenden Ergebnissen des 2. Vatikanischen Konzils (1962-1965) beeinflusst, das eine Erneuerung der Kirche, die Gewinnung der Jugend sowie den erfolgreichen Aufbruch in die neue Zeit anstrebte. So forderte man u. a. die Errichtung eines Volksaltars, der den Kirchenbesuchern zugewandt ist.

Pfarrer Rauch, dem es ganz besonders um die junge Generation ging, Kirchenverwaltung und Pfarrgemeinderat diskutierten mehrfach intensiv unter Heranziehung von Kunstsachverständigen über die für Burgberg zu treffenden Veränderungen in der Kirche.

Am 4.Mai 1971 fasst man den Entschluss, Seitenaltäre, Kommunionbänke, Beichtstühle und Kanzel zu entfernen. Eine Besprechung mit dem Vertreter des Diözesanbauamts Augsburg 1971 führte zu dem Ergebnis, auch den Hauptaltar abzubrechen und ihn durch einen Volksaltar in Verbindung mit einer Sakramentswand zu ersetzen.

In einer sofort angesetzten Pfarrversammlung (25.771) wurde das Vorhaben erläutert und ohne Gegenstimme angenommen. Die nun anstehende Planungsarbeit übertrug man dem heimischen akademischen Kunstmaler Arnulf Heimhofer, der später den Bildhauer Hans Wachter, Kempten, zuzog.

Unter den vier von Herrn Heimhofer vorgelegten Entwürfen, die in der Kirche ausgestellt waren, entschieden sich die Burgberger Gremien für eine halbhohe Sakramentswand einschließlich Tabernakel in Verbindung mit dem Volksaltar. Das Diözesenbauamt setzte jedoch eine Übernahme der deckenhohen Wand aus Heimhofer´schen Modellen durch.

Im Mai 1972 erfolgte die Vergabe des Auftrags für den Volksaltar an Herrn Wachter. Die Sakramentswand stellte der Genannte in Gemeinschaftsarbeit mit Herrn Heimhofer in Kempten her. Im Zuge der Neugestaltung schuf Herr Wachter auch eine Figur des Hl. Josef, die an der Kirchenwand über dem Südausgang angebracht wurde.

Im Juli 1972 nahm man den Abbruch des Hauptaltars vor. Am 6.5.73 weihte H.H. Bischof Stimpfle das neue Werk ein.

Die aus Gasbeton gefertigte Sakramentswand löste in Burgberg ein gemischtes Echo aus. Das Kunstwerk bedarf eines starken Lichteinfalls, um voll zur Geltung zu kommen.

Da der alte Pfarrhof den Anforderungen unsere Zeit nicht mehr entsprach, entschloss man sich 1978 zu einem Neubau. Nach Zustimmung von Diözesenbauamt und Gemeinde Burgberg wurde das Sozialwirtschaftswerk Sonthofen mit den Planungsarbeiten beauftragt. Im Frühjahr 1979 erfolgte im Rahmen einer Pfarrversammlung die Information der Bevölkerung über Bauvorhaben und zu erwartende Kosten. Nach Abbruch des alten Gebäudes ging es zügig an den Neubau, der neben den erforderlichen Amtsräumen zwei Wohnungen, einen großen Pfarrsaal einschließlich Küche und zwei Jugendräume enthält.

Im Oktober 1980 weihte Dekan Merk, Immenstadt, das wohlgelungene Werk ein.

Im Jahre 1982 stellte man Überlegungen an, die Sakramentswand besser in den Chorraum einzubinden. Dazu schuf Arnulf Heimhofer zur Erzeugung eines Kontrastes im Hintergrund einen gemalten Wandteppich. Der vom gleichen Künstler stammende moderne Kreuzweg wurde an beiden Seitewänden angebraucht und die schon vorhandenen Apostelsymbole (je sechs) so umgeordnet, dass sie eine Verbindung zur Sakramentswand herstellen.

Im Jahre 1989 fand eine große Innenrestaurierung statt. Zuerst entfernte eine Spezialfirma alle Kirchenbänke, überholte sie und versah sie mit Sitz- und Kniepolsterungen.

Mitglieder der Burgberger Vereine nahmen sodann in freiwilliger Arbeit die Bodenplatten heraus und einen Teil des darunter liegenden Erdreichs. Nach dem Betonieren des Fundaments bracht die Firma Spahn die entnommenen Solnhofer Platten wieder an. Hierzu kamen zwei verkleidete Stahlsäulen zur Abstützung der Empore. Nach gründlicher Reinigung der Decke erfolgte ein neuer Anstrich sowie die Renovierung aller Stuckarbeiten. Die Vorderburger Holzbildhauer Matthias Buchenberg schuf neue Seitenaltäre sowie zwei Figuren (Maria und Johannes), die sich harmonisch dem Barockstil der Kirche anpassen.

Eine neue Kirchenheizung, die gründliche Überholung und Erweiterung der elektrischen Anlage sowie die Reinigung der Orgel schlossen die Arbeiten ab.

Als in den Achtzigerjahren in einer Kirche unserer Diözese eine Stahlglocke wegen Materialermüdung abstürzte und erhebliche Schäden anrichtete, erfolgte eine Untersuchung aller Läutwerke dieser Art durch Sachverständige. Das im Jahre 1988 für Burgberg erstellte Gutachten wie auf beträchtliche Schäden hin, so dass eine Neuanschaffung innerhalb der nächsten zehn Jahre unerlässlich.

Den Grundstock hierfür bildete ein bedeutender Nachlass für kirchliche Zwecke des Steinbruchbesitzer-Ehepaares Vinzenz und Kreszentia Haug. Großzügige Spenden aus dem Kreis der Bevölkerung sowie eine Reihe weiterer Zuwendungen, u. a. kostenlose Herstellung des Glockenstuhles aus Eichenholz durch die heimische Firma Ernst Spieß einschließlich der Mitarbeiter Herbert Kühnlein und Alfons Kögel (Lohnverzicht), ermöglichten es, sechs neue Bronzeglocken durch die Firma Bachert, Heilbronn, gießen zu lassen.

Am 2.Juli 1995 wurde das neue Geläute in einem großen Festzug mit 24 Teilnehmergruppen zum Dorfplatz gebracht und dort im Rahmen eines Festgottesdienstes von Dekan Meitinger geweiht. Ein Pfarrfest am Kirchplatz rundete den großen Tag für Burgberg ab. Unmittelbar vor dem Weißen Sonntag stürzte im Jahr 1995 ganz unerwartet im Inneren der Kirche ein Teil des Deckenputzes herunten. Eine sofort eingeleitete umfangreiche Sanierung, die ein großes Gerüst erforderte, beseitigte die bestehende Gefahr für die Kirchenbesucher.

Da sich Holzwürmer im Kirchengestühl eingenistet hatten, musst im Sommer 2000 eine große Vergasungsaktion durch eine Spezialfirma durchgeführt werden.

Schon bei den Arbeiten am Glockenstuhl waren Schäden am oberen Turm infolge eindringenden Wassers erkennbar. Als schließlich bei stürmischem Wetter Schieferplatten herunterfielen und so zu allgemeinen Gefahr wurden, musste rasch gehandelt werden. Das sofort verständigte Diözesenbauamt ordnete ein Schutzgerüst an und die Diözesenfinanzkammer versprach eine Bezuschussung von 60% der entstehenden Kosten. Im Frühjahr 2003 wurde ein Baugerüst bis auf Turmhöhe (48m) angebracht. Unmittelbar danach begannen die Arbeiten. Unter der Gesamtleitung des heimischen Architekten Werner Uhlemayr mussten folgende Maßnahmen durchgeführt werden. Entfernung der Schieferdeckung des Helmes einschließlich Schalung, Erneuerung aller schadhaften Teile des Gebälks, Neuverschalung, Anbringung von 7000 Schieferschindeln, Säuberung und Ausbesserung des Mauerwerks, Erstellung von Kupferabdeckungen, Reinigung der Turmkugel, Ergänzung des Turmkreuzes, Restaurierung der Sattelkreuze und der Kreuzkugeln sowie Überholung der Ziffernblätter der Turmuhr einschließlich Zeiger.

Die hervorragend ausgeführten Arbeiten fanden bei der Burgberger Bevölkerung ein sehr positives Echo und lassen den Turm zur 200-Jahr-Feier in bestem Licht erscheinen. Erfreulicherweise konnten die zunächst auf 105.000.-Euro veranschlagten Kosten auf 95.000.-Euro gesenkt und schließlich auf die Endsumme von 92.500.-Euro gebracht werden. Neben der Bezuschussung durch die Diözese Augsburg haben Spenden der Gemeinde (6.000.-Euro), des Kath. Frauenbundes (8.000.-Euro) und der Bevölkerung (10.659,-Euro) die Finanzierung der großen Sanierungsmaßnahme ermöglicht, wenngleich noch ein Fehlbetrag besteht.

Die letzten beiden Maßnahmen vor der 200-Jahr-Feier betreffen die Türe des Weltportals, die Herr Arnulf Heimhofer mit Kupferblech verkleidete, auf dem er christliche Motive reliefartig herausformte, sowie das Tünchen der Kirchen- Innenwände durch eine heimische Firma.

April 2004 – Fritz Schäffler



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